Donnerstag, 1. November 2018

"One Small Thing - Eine fast perfekte Liebe" von Erin Watt [Rezension]

"Ich reiße mich von ihr los, renne aus der Küche. Rachel mag zwar tot sein, aber ihre Erinnerung ist in diesem Haus lebendiger als ich."*

Inhalt

Seit dem tragischen Tod ihrer Schwester ist im Leben von Beth nichts mehr so, wie es war. Sie vermisst ihre engste Vertraute schmerzlich, und ihre Eltern sind seither so ängstlich, dass sie Beth auf Schritt und Tritt bewachen. Doch eines Nachts schleicht sie sich heimlich zu einer Party. Dort trifft sie Chase, einen attraktiven und charmanten jungen Mann, der gerade erst in die Stadt gezogen ist. Sofort knistert es zwischen den beiden, und Beth schwebt im siebten Himmel. Bis sie erfährt, dass Chase ein düsteres Geheimnis hütet, das mit dem Tod ihrer Schwester eng verwoben ist...

Meine Meinung

Die Protagonistin Beth ist hin und her gerissen: seit dem Tod ihrer Schwester Rachel sind ihre Eltern übervorsichtig und kontrollieren jeden ihrer Schritte. Beth fühlt sich gefangen und weiß nicht mehr, wem sie vertrauen kann, denn alle erwarten von ihr die trauernde Schwester, die nicht über den Tod ihrer Schwester hinweg kommt. Aber dabei sind es ihre Eltern, die nicht los lassen können und die Erinnerungen an ihre tote Tochter am Leben erhalten. Eines Abends schleicht sich Beth weg, um auf eine Party zu gehen, bei der sie ihre Unschuld an Chase verliert, in den sie sich dann auch Hals über Kopf verliebt. Als Chase dann an Beths Schule auftaucht, freut sie sich zuerst, bis sie heraus findet, dass Chase derjenige war, der ihre Schwester überfahren hat. Sie ist schockiert, aber an ihren Gefühlen ändert sich nichts. Chase kann seine Gefühle auch nicht länger verstecken, aber die Liebe zwischen den beiden kann nicht sein, denn immerhin ist er der Mörder ihrer Schwester. Als ihre Eltern Wind von der Sache bekommen, wird Beth noch genauer unter Beobachtung gestellt, aber ihre Gefühle werden dadurch nicht schwächer. Können sie und Chase einen Weg für ihre Liebe finden?

Klingt nach einem tragischen Roman und ich finde auch, dass der eigentliche Klappentext irreführend ist, da die beschriebene Handlung in den ersten drei Kapiteln vonstatten geht. 
Ich bin voller Vorfreude in das Buch rein gegangen, da ich von allen Seiten nur positive Bewertungen gehört hatte und alle so von diesem Buch geschwärmt haben. Aber im Endeffekt bin ich froh, dass mir der Verlag das Buch als Rezensionsexemplar gestellt hat, denn wenn ich Geld für dieses Buch ausgegeben hätte, dann hätte mich das sehr geärgert. Um ehrlich zu sein, war es das schlechteste Buch, das ich dieses Jahr gelesen habe und ich wünschte, dass ich es nicht getan hätte, denn für mich war es verschwendete Zeit. Meine Wortwahl mag zwar etwas hart erscheinen, jedoch weiß ich einfach nicht wie ich meine Gefühle diesem Buch gegenüber anders ausdrücken soll. 
Das Cover ist jedenfalls sehr schön und ein totaler Blickfänger. Der Schreibstil hat mir auch gut gefallen. Ich kenne ich schon von "Paper Princess", welches mir im übrigen sehr gut gefallen hat. Daher kam ich auch sehr schnell durch das Buch und konnte es in einem Tag beenden. Aber das war es auch schon mit den guten Dingen.
Der Klappentext ist irreführend, da er eher eine Handlung verspricht, als die, die der Leser letztendlich bekommt. Über die Handlung will ich hier auch nicht viel sagen, sondern nur, dass ich mich durchgehend aufgeregt habe. Wie kommt man auf so eine Idee? Vor allem haben mich die Charaktere sehr gestört. Ich habe mich wirklich gefragt, ob sie dumm sind. Die Protagonistin ist sowas von stur und was andere rebellisch nennen würden, ist in meinen Augen reine Dummheit. Sie kam mir eher wie eine dreizehnjährige vor und nicht wie eine siebzehnjährige. Sie hat sich andauernd gegen ihre Eltern aufgelehnt, was immer wieder dazu geführt hat, dass es ihr noch schlechter ging. Zwischendurch hat sich gebessert, aber die gute Beth hat immer wieder die gleichen Fehler gemacht. Vor allem fand ich es witzig, dass sie einfach nicht wusste, dass Chase der Mörder ihrer Schwester war. Ich meine, so was weiß man doch! Apropos Chase, er schien mir auch sehr merkwürdig und war ebenfalls nervig. Es ist schon ekelhaft, wenn man etwas mit der Schwester der Person hat, die man umgebracht hat. Vor allem, wenn es ein Unfall war. Ich habe mich gefragt, ob er denn keine Schuldgefühle oder ein Gewissen hat. Es wollte einfach nicht in meinen Kopf gehen. Von den Eltern und Beths bester Freundin möchte ich gar nicht erst anfangen.
Darf ich auch sagen wie sehr oberflächlich diese Geschichte gehalten wurde? Für mich war da keine Tiefe vorhanden und ich kann nicht einmal ansatzweise nachvollziehen, wie man solch ein Buch gut finden kann. Ich hätte es wirklich abbrechen sollen, aber ich hatte wirklich die Hoffnung, dass es besser werden würde. Was es vielleicht teilweise auch ist, aber direkt danach ging es wieder bergab. 
Bezüglich des Endes möchte ich auch noch etwas loswerden: es war definitiv viel zu abrupt und sehr unrealistisch. Plötzlich war alles gut und alle waren im Lala-Land. Ja, genau. Im echten Leben ist das ja genau so. Probleme lösen sich plötzlich in Luft auf und man kommt von heute auf morgen über den Tod eines Menschen hinweg. 

Bewertung

Ich würde jedem davon abraten dieses Buch zu lesen, außer man hat Lust auf eine oberflächliche, unrealistische Geschichte mit überaus nervigen Protagonisten. Von mir bekommt das Buch nur 1 von 5 Sternen, welcher für den Schreibstil und das Cover ist.
Eure szebra

Zum Buch

Titel: One Small Thing - Eine fast perfekte Liebe
Originaltitel: One Small Thing
Autorin: Erin Watt
Übersetzerin: Franzi Berg
Verlag: Piper Verlag
Originalverlag: Harlequin Books
Erscheinungstermin: 4. September 2018
Preis: 12.99€ (Paperback); 9.99€ (eBook)
Seiten: 368
Altersempfehlung: ab 16 Jahren

Autorin

Erin Watt ist das Pseudonym zweier amerikanischer Bestsellerautorinnen, die ihre Begeisterung für großartige Bücher und ihre Schreibsucht verbindet. Beide sind sehr erfolgreiche Autorinnen in den Bereichen Young und New Adult. Die »Paper«-Serie um die Protagonistin Ella war ihr erstes gemeinsames Projekt, das die SPIEGEL-Bestsellerlisten im Sturm eroberte.

Vielen Dank an den Piper-Verlag für das Rezensionsexemplar!

*S.11, "One Small Thing" von Erin Watt

Keine Kommentare:

Kommentar posten

Mit der Veröffentlichung deines Kommentars bist du mit der Datenschutzerklärung einverstanden. (https://szebrabooks.blogspot.com/p/datenschutzerklarung.html)