Montag, 9. Oktober 2017

Interview mit KIA KAHAWA

Hola mis amigos,


Das ist Kia Kahawa :)
heute fang ich mal auf Spanisch an, denn es gibt mal anderes! Nach gefühlten tausend Jahren gibt es ein Autoreninterview, und zwar mit einer Autorin, deren Buch ich erst vor kurzem gelesen habe und auch hier auf meinem Blog rezensiert habe.
Es geht heute um Kia Kahawa, die "Die Krankheitensammlerin" geschrieben hat, was nebenbei bemerkt ein echt gutes Buch ist. Falls ihr es noch nicht gelesen habt, dann schaut unbedingt bei meiner Rezension vorbei. Auf jeden Fall werde ich vorne weg nicht allzu viel sage, denn im Interview erfahrt ihre so einige Sachen über Kia Kahawa.


Du schreibst ja unter dem Pseudonym "Kia Kahawa". Wie kamst du auf den Namen? Ich habe in meiner Abiturzeit viel Kaffee getrunken Kahawa ist Suaheli und heißt Kaffee. Das hat auch damit zu tun, dass mein größter Traum ist, mal eine längere Zeit in Afrika zu verbringen. Dadurch, dass ich eine Sonnenallergie habe, ist das gar nicht so einfach und ich habe den Traum noch gar nicht umsetzen können. Inzwischen trinke ich viel mehr Tee als Kaffee, am liebsten Mate. 

Du hast ja zuerst Sachbücher geschrieben, wie kam es dazu? Und was hat dich dazu gerissen deinen ersten Roman zu schreiben? Sachbücher zu schreiben kam aus meiner zweijährigen Recherche zu meiner Krankheit, der Hashimoto Autoimmunthyreoiditis. Ich hatte damals, als die Krankheit entdeckt wurde, 40 Kilo in wenigen Monaten zugenommen und war unglücklich, mit Depressionen und allem drum und dran. Inzwischen habe ich meine Wege gefunden, die Trümmer der Krankheit zu beseitigen, aber ich habe noch heute daran zu knabbern. Den ersten Roman schrieb ich, weil ich eine andere Herangehensweise ausprobieren wollte. Nicht dieses rationale Doktorarbeiten-Lesen und Informieren, sondern ein blindes "Augen zu und Leben verändern" mit postpubertären Verhaltenszügen... Das hat mich daran gereizt, Fiona als Protagonistin zu erfinden.


Wie kam dir die Idee zu "Warum die Zeit missverstanden wird"? Vor allem würde mich interessieren wie es zu diesem Titel kam? Die Idee zu "Warum die Zeit missverstanden wird" kam dadurch, dass ich in einem 40-Stunden-Job festhing. Gleichzeitig begann ich, meinen Hang zum Minimalismus auszuleben und wollte nicht gebrauchte Gegenstände verkaufen. Dabei stieß es mir sehr sauer auf, dass ich nur samstags zu Post gehen konnte, weil meine Arbeitszeiten nichts anderes erlaubten. Für einen der bei mir regelmäßig benötigten Arzttermine musste ich Urlaub nehmen. Und letztlich musste ich meinen Arbeitgeber um Erlaubnis fragen, ob ich überhaupt schreiben als Hobby oder gar als Nebenberuf ausüben darf. Das war mir ehrlich gesagt zu doof und ich wollte nicht mehr als die Hälfte meines wachen Lebens für Arbeit verschwenden. Man arbeitet im Brotjob nur, um irgendwann nicht mehr zu arbeiten (Rente). Ich möchte aber für etwas arbeiten, für das ich so viel Leidenschaft habe, dass ich gar keine Rente mehr brauche. Was mache ich, wenn ich 65 oder gar 70 bin? Den Laptop zuklappen? Aufhören zu schreiben? Wohl kaum! Ich werde weiterschreiben, denn das erfüllt mich. Diesen Grundgedanken habe ich in einer Bilderbuch-Familie verarbeitet, in der alle Familienmitglieder (Hausfrau und Mutter, Schulkind, arbeitender Vater) ähnliche Probleme mit dem gesellschaftlich als normal angesehenen Zeitmanagement haben. Einziges Problem der Geschichte: Sie reden nicht miteinander! Das ist so der Pitch des Romans :) 

Wenn ich schon mal bei Bücher bin: wer ist deine Inspiration, wenn du Bücher schreibst? Hast du Lieblingsautoren, wenn ja welche? Und was ist mit Lieblingsbüchern?
Meine Inspiration im Menschlichen ist Joanne K. Rowling. Sie war am Tiefpunkt ihres Lebens. Missbraucht, der Tochter entzogen und kurz vor dem Selbstmord. Aber sie hat geschrieben, sich frei geschrieben und hat ihren Lebenssinn ausgelebt und ist damit erfolgreich geworden. Ich bin und war häufiger an so einigen Tiefpunkten, und Schreiben ist das, was mich irgendwo definiert, ausmacht und eine Konstante in meinem Leben bildet.
Inhaltlich sind Hans Rath und François Lelord meine Vorbilder. Hans Rath hat einen Schreibstil, der dich filmisch in das Buch reinzieht und dich alles um dich herum vergessen lässt, auch wenn er eher leichte Belletristik schreibt. Lelord hingegen hat einen kindlichen, naiven Schreibstil (bei der Hector-Reihe in den Bänden 1 - 6), der dennoch tiefgründige Themen und sehr viel zwischen den Zeilen beinhaltet. Ich habe jedes Hector-Buch mindestens drei Mal gelesen, nicht selten sofort nacheinander!


Gibt es ein Genre, das du am Liebsten liest und eins welches du so gar nicht magst? Wenn ja, welche sind diese? Was ich am liebsten lese, sind tatsächlich Entwicklungsromane mit Bezug zu Psychologie oder Psychiatrie. Ich mag abgefahrene Charaktere am Rande der Gesellschaft, die sich mit sich selbst auseinandersetzen müssen, so, wie ich es auch selbst schreibe. Was ich gar nicht mag, ist alles, was außerhalb der Realität ist. Also außerhalb meiner Realität. Dazu gehören neben Fantasy- auch Krimiromane. Die packen mich einfach nicht und nehmen mich nicht mit. Mord und Totschlag geht gar nicht!


Ich habe gelesen, dass der Charakter Rembert aus "Warum die Zeit missverstanden wird" an Iroh aus "Die Legende von Aang" angelehnt ist. Ich schätze mal, dass du diese Serie sehr magst. Was sind sonst noch Serien, die du gerne schaust und welche dieser Serien ist dein Lieblingsserie? Ich LIEBE Die Avatar-Serien. Ob Aang oder Korra, das ist egal. In Comic- oder Film-Form ist da auch egal, ich bin da Feuer und Flamme für. Aber sowas von! Da die Legende von Korra sehr viel Politisches und Fantastisches beinhaltet, ist das meine absolute Lieblingsserie. Auch, wenn ich eigentlich nichts mag, was außerhalb unseres brutal realistischen Universums spielt, gibt es für mich nichts Besseres. Ich bin eine werdende Buddhistin ;-) Da werden tolle Werte vermittelt, und auf Kampfsport stehe ich auch. Und es stirbt niemand einfach so in den Serien, sondern nur in epischem Zusammenhang, das ist auch ein wichtiger Faktor für mich.
Außerhalb dieser Zeichentrickserien mag ich gerne Serien, die sich wieder in den von mir bevorzugten Genres bewegen. Atypical, To the bones oder Girl Boss seien hier genannt. Aber ich kann mich auch für Klassiker wie New Girl, How I met your Mother, Skrubs oder Dr. House begeistern.
 


Und was ist mit Filmen? Gibt es einen Film, denn man deiner Meinung nach unbedingt gesehen haben muss? Einen Film, den man unbedingt gesehen haben muss... Warum fragst du mich nicht gleich nach meinen Top 100?! Wenn ich mich auf einen einzigen festlegen müsste, wäre es die Verfilmung von Hectors Reise. Man muss ihn abseits vom Buch bewerten, da da einiges umgeschrieben und abgeändert wurde. Aber "About a Girl" ist auch grandios. Oder "Kind of a Funny story"! Nein, warte. "Vielleicht lieber morgen" ist super. Ich kann mich nicht entscheiden!


Auf deiner Autorenwebsite steht, dass du gerne fotografierst, weil es ein Hobby von dir ist. Gibt es neben dem Fotografieren noch andere Hobbies? Neben dem Fotografieren mag ich eigentlich alles, was mit Bewegung zu tun hat. Beim Fotografieren muss man eher stillhalten und auch beim Schreiben sitze ich da wie ein besserer Kartoffelsack. Ich spiele sehr gerne Badminton, schwimme regelmäßig und liebe Bogensport. Letzteres übe ich allerdings momentan nicht aus, da mir der Vereinsbeitrag zu hoch ist, dafür, dass ich nicht immer regelmäßig Zeit habe.
Auszug aus "Die Krankheitensammelrin"

Auch, wenn du eine Ausbildung machst, was ist/war dein Traumberuf? Autorin bist du ja schon. :)
Ich mache tatsächlich keine Ausbildung mehr. Steht das noch auf meiner Website? Muss ich schleunigst ändern! Ich schreibe hauptberuflich. Nicht als Autorin, das wäre ja zu schön, um wahr zu sein. Ich schreibe Werbetexte, arbeite also als Copywriterin. Dazu gründe ich gerade gemeinsam mit drei anderen Autoren ein kleines Unternehmen, das sich im weitesten Sinne mit Ratgeber-E-Books und Online Marketing beschäftigt. Mein Traum ist es, Autorin zu bleiben. Dazu gehört die Gesundheit, die persönliche Entwicklung und auch die finanzielle Freiheit, durch die ich mir selbst versichern kann, dass ich niemals mit dem Schreiben aufhören muss / werde! 


So, und als letztes noch irgendwas Kreatives: nenne einen komischen Fakt über dich, den du schon immer mal mit der Außenwelt teilen wolltest.
Einen komischen Fakt schreiben kann jeder. Ich nenne dir gleich drei, dafür kommentiere ich sie nicht. Deal? Deal!
1. Ich habe zwei Schwestern. Beide heißen Anja.
2. Ich habe in jeder Jacken- und Manteltasche und in fast jedem Regal / auf jeder Tischoberfläche Erdnüsse rumliegen.
3. In meiner obersten Schublade habe ich ein Stück Kreide liegen, aber ich habe keine Oberfläche, auf der ich mit ihr schreiben kann. Dennoch wird das Stück immer mal etwas kürzer...


Willst du den Menschen da draußen sonst noch etwas mitteilen?
Verliebt euch in eure Bücher! Da draußen sind so viele Autoren, die mit all ihrem Sein, all ihrem Tun, ihrem gesamten Herzen und ihrer gesamten Existenz hinter Geschichten stecken. Ich wünsche mir, dass ihr euch in die Geschichten so sehr verliebt, wie die Autoren sich in sie verliebt haben und dass wir alle in diesem und folgenden Jahren die Literatur feiern und so richtig ausleben können!


Tja, das wars auch schon wieder mit dem Interview. Ich hoffe, dass es euch gefallen hat und falls ihr noch mehr wissen wollt, dann schaut gerne bei Kia Kahawas Website vorbei, denn dort findet ihr auch ihre anderen Veröffentlichungen, unter den ihr nicht nur "Die Krankheitensammlerin" finden werdet, sondern auch Sachbücher und ihren anderen Roman "Warum die Zeit missverstanden wird". 
By the way: klickt hier und ihr kommt zu einer Leseprobe zu "Die Krankheitensammlerin" und ich weise ich euch erneut auf meine Rezension hin, falls ihr wissen wollt wie mir das Buch gefallen hatten. Ich kann es vor allem denen unter euch empfehlen, die gerne tiefgründigere Geschichten lesen! :)
Ich verabschiede mich für heute mal und wünsche euch noch einen wunderschönen Rest-Montag, auch wenn Montage nicht wirklich schön sind...
Eure szebra ♥

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