Donnerstag, 6. September 2018

"Liebes Tagebuch: Hilfe, Ich bin schwanger!" von Audrey Harings [Rezension]

"Nun ja, ein Tagebuch ist doch vielleicht eher etwas für kleinere Kinder. Das war auch mein erster Eindruck."

Inhalt

JoJo ist gerade 13 Jahre alt geworden. Sie liebt YouTube, Eis essen, mit Freundinnen abhängen und ihren Hund Foxi. Doch plötzlich macht ihr Körper eine unglaubliche Veränderung durch und sie vertraut sich ihrem Tagebuch an. Ein Spagat zwischen Kind sein und erwachsen werden. JoJo muss mit großen Ängsten kämpfen und die richtige Entscheidung für ihr Leben treffen.

Meine Meinung

Ein Kinderbuch, das mal ein anderes Thema behandelt. Man kennt es eigentlich, dass Protagonisten aus Kinderbüchern ein Abenteuer erleben, welches mit einer Lektion verbunden ist. Bei diesem Buch könnte man es Abenteuer nennen, jedoch finde ich eher, dass den Tatsachen ins Auge gesehen wird. 
Es geht hier um die 13-jährige Jojo, die das Internet gerade neu für sich entdeckt. Auf Facebook macht sie Bekanntschaft mit einem Jungen und lügt diesen an, was ihr Alter angeht. Sie vertraut dem Fremden und es kommt zu einem Treffen, bei dem der Fremde ihr K.O.-Tropfen verabreicht und sie schließlich vergewaltigt. Jojo bekommt davon nichts mit, denn sie geht davon aus, dass sie einfach eingeschlafen ist. Doch dann macht ihr Körper Veränderungen durch und sie findet heraus, dass sie schwanger ist...

Ein ernstes Thema für ein Kinderbuch, das in meinen Augen sehr gut umgesetzt ist. Man hat die Sicht des jungen Mädchens in Tagebuchform und ich finde, dass man tatsächlich das Gefühl hat, das Tagebuch eines 13-jährigen Mädchens zu lesen. Ich habe es gerne gelesen. Nicht nur, weil der Stil schön und eine Abwechslung war, sondern auch wegen dem wichtigen Thema, das dieses Buch vermittelt. Es wird nichts schön geredet, sondern es folgen Tatsachen, die man Kindern  nicht so erzählt. Es ist ein Tabu-Thema. Und damit meine ich nicht nur die Schwangerschaft eines Teenagers, sondern die Vergewaltigung und die K.O.-Tropfen. Als Kinder wird uns nichts davon erzählt, wobei das gerade doch wichtig ist. Audrey Harings hat mit diesem Buch einen großen Schritt nach vorne gemacht, denn es ist ein Kinderbuch. Dadurch können Kinder selbst lernen, dass man im Internet keinem trauen sollte, da man schnell eine andere Identität annehmen kann und auch genauso schnell von der Bildfläche verschwinden kann. Dieser Aspekt wird in dem Buch auch sehr gut dargestellt, denn als Jojo ihren Freundinnen von der Bekanntschaft erzählen möchte, ist der Chat plötzlich verschwunden und sie hat Angst vor ihren Freundinnen als Lügnerin da zu stehen.
Die Reaktion der Mutter und der Großmutter, die mit im Haushalt wohnt fand ich super, denn sie haben sich sofort um Jojo gesorgt und auch eine Informationsveranstaltung für die anderen Schüler in die Wege geleitet, damit diese sicher sind. Aber an dieser Stelle frage ich mich: warum müssen die Schulen die Kinder über solche Themen unterrichten? Denn in einigen Fällen ist es bereits zu spät, da diese meist in der siebten oder achten Klasse statt finden. Heutzutage kommen aber auch schon die jüngsten Kinder in Verbindung mit dem Netz und sollte man nicht gerade diese schützen, in dem man die Eltern dazu auffordert ihre Kinder zu über diese Themen zu unterrichten.
Mein Fazit: das Buch hat mich zum Nachdenken angeregt und ich empfehle es jedem weiter. Egal, ob alt oder jung.

Bewertung

Ich gebe 5 von 5 Sternen und hoffe, dass dieses Büchlein in die Welt getragen wird, damit gerade die jüngeren Generationen davon profitieren können.
Eure szebra


Zum Buch

Titel: Liebes Tagebuch: Hilfe, Ich bin schwanger!
Autorin: Audrey Harings
Verlag: Kerstin Bumiller
Erscheinungstermin: 24. Mai 2018
Preis: 7.90€ (TB); 2.99€ (eBook)
Seiten: 200
Altersempfehlung: ab 10 Jahren

Autorin

Audrey Harings wurde als einziges Kind ihrer Eltern 1969 in Trier geboren.
Schon mit 11 Jahren rezensierte sie Kinderbücher für das ZDF. Ihre Eltern
waren Sänger und schrieben außerdem Schlagertexte, bei welchen Audrey
sich schon damals einbrachte. Ihr Vater betreute das Kabelpilotprojekt
Ludwigshafen und war Redakteur einer Fernsehsendung. Als Jugendliche
schrieb sie Kurzgeschichten für die Schülerzeitung. 

2016 veröffentlichte sie ihr erstes Buch „Sharj und das Wasser des Lebens“.
Es folgten:
„Sharj und der Feuerkristall",
„Sharj und das Salz der Erde",
„CanGu und die Küchenkrümel",
„CanGu auf der Suche nach Saphir",
„Die Schlacht der Bücher",
„Das wundersame Fräulein Gelblich",
"Knax der Katastrophenvogel"

Sie lebt mit ihrem Mann, zwei Töchtern, zwei Katzen und zwei Hunden an der
südlichen Costa Blanca in Spanien.
Ihre Passion ist es Kinderbücher für Kinder zu schreiben und zwar nur für Kinder. 

Vielen Dank an die Autorin für das Rezensionsexemplar!

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